Polyrattan - Qualitätsunterschiede beachten

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Polyrattan

Mit Gartenstühlen aus Polyrattan werden insbesondere Outdoor-Designerträume wahr. Nicht nur in optischer Hinsicht vermag ein solches Möbelstück in der Tat zu überzeugen, sondern vor allem auch in bezug auf die Qualität. Schließlich gehören eine gewisse Leichtigkeit des Materials in Verbindung mit hoher Strapazierfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Witterungsbeständigkeit wohl zu den herausragenden Eigenschaften, die Gartenstühle aus Polyrattan so beliebt machen. Ganz im Gegensatz zum originalen Rattan, welches bekanntlich ein sehr hochwertiges Naturprodukt ist, handelt es sich bei Polyrattan um eine ausgewählte Kunstfaser-Variante. Das natürliche Rattan wird in recht aufwändigen Prozessen aus den harten Fasern der Rotang-Palme hergestellt, wohingegen die Produktion von Polyrattan mit einem weitaus geringeren Aufwand verbunden ist. Übrigens werden bei der Naturrattan-Gewinnung ausschließlich die Lianen verwendet. Somit ist lediglich das Entfernen dieser speziellen Pflanzenglieder erforderlich; die Fasern selbst wachsen nach relativ kurzer Zeit wieder nach.  

Nach und nach wird das natürliche Material für den Aussenbereich vom „künstlichen“ Polyrattan Gartenmöbel abgelöst. Sicherlich spielt in diesem Zusammenhang vor allem auch der Umweltschutzgedanke eine sehr entscheidende Rolle, denn die Rodung des Regenwaldes vor dem Hintergrund, weltweit die Möbelindustrie zu unterstützen, stieß in der Vergangenheit bei zahlreichen Verbrauchern auf immer weniger Gegenliebe. Mittlerweile kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sich Polyrattan als Ausgangsprodukt für die Produktion von Gartenmöbeln als Marktführer etablieren konnte. Besteht bei Polyrattan-Gartenstühlen sogar die Option, sie während der kalten und nassen Winterzeit im Outdoor-Bereich „überwintern“ lassen zu können, ohne dass sie Schaden nehmen, so ist dies bei Rattan nur bedingt möglich. 

Denn so ein Peddigrohr-Geflecht ist zwar witterungsbeständig und überaus haltbar und robust, jedoch tragen Frost und langanhaltende Kälte nicht gerade zu einer langen Lebensdauer bei. Außerdem werden die Fasern mit der Zeit leichter spröde, brüchig oder sie bleichen aus. Polyrattan sieht dem natürlichen Rattan sehr ähnlich und ist mitunter in den verschiedensten Farben erhältlich. Unterschieden werden beispielsweise die Viro-Faser oder Hularo. Bei Ersterer handelt es sich um ein so genanntes durchgefärbtes High-Density-Polyethylen, welches aufgrund seiner Struktur geradezu ideal für die Herstellung von Gartenmöbeln geeignet ist. In erster Linie überzeugen die ausgesprochen hohe Elastizität und die Eigenschaft, keinerlei Feuchtigkeit aufzunehmen. Außerdem ist die hohe Temperaturbeständigkeit erwähnenswert: Klimatische Bedingungen von -85°C bis zu +90°C machen dem Material nicht aus.  

Sogar unter der Einwirkung von Ölen, Laugen oder gar Säuren bleibt die Viro-Faser elastisch und sehr strapazierfähig. Ein weiterer Vorteil ist insbesondere die spezielle Gleitfähigkeit, die bei der Herstellung eine problemlose und einfache Flechtung und Formgebung garantiert. Dies ermöglicht die Erstellung selbst komplizierter bzw. anspruchsvoller Gartenstuhl-Varianten. Hularo ist in diesem Zusammenhang eine ebenso bedeutsame Kunststofffaser, die nicht nur im Hinblick auf die Optik so einiges zu bieten hat. Das ursprünglich moccabraune Hularo wird – ähnlich, wie dies in der Regel auch bei der Viro-Faser der Fall ist – in mühsamer Handarbeit verarbeitet. Wichtig sind bei diesem modernen Material gleichermaßen die Witterungsbeständigkeit, die UV-Resistenz sowie die überaus hohe Reißfestigkeit.

Sowohl Viro wie auch Hularo zeichnen sich des Weiteren durch ihre ungemein pflegeleichten Eigenschaften aus. Es genügt, den Polyrattan-Gartenstuhl ab und an mit einem feuchten Tuch, oder bei Bedarf mit einem leichten Allzweckreiniger zu säubern. Kostspielige Pflegemittel sind in dieser Hinsicht also nicht nötig. Natürlich werden am allgemeinen Markt auch so genannte No-Name-Produkte angeboten, welche sicherlich folgende Frage aufwerfen: wie kann ein Anschaffungspreis von sage und schreibe 150 bis 250 Euro für einen Markengartenstuhl aus Polyrattan im Vergleich zu 50 bis 60 Euro für das Noname-Produkt gerechtfertigt werden? So wird unter anderem selbst Billigware im Handel als „witterungsbeständig und stabil“ angeboten. Wo liegen die Unterschiede? Diese sind häufig auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Erst entsprechende Tests und genaueres Hinsehen zeigen die Vor- und Nachteile auf. 

Rehau gilt als „der“ Klassiker unter den Polyrattan-Möbeln. Seit vielen Jahren besticht das von Rehau produzierte Raucord-Material durch eine erstklassige Qualität. Wen wundert es in Anbetracht der besonderen Geschmeidigkeit, der außerordentlichen Widerstandskraft oder der hohen Witterungsbeständigkeit, dass ein Rehau-Gartenstuhl aus Raucord nicht selten mit 250 Euro oder mehr zu Buche schlägt? Visuelle Unterschiede zwischen Polyrattan und Raucord auszumachen, ist zum Teil schlicht unmöglich, aber anhand unterschiedlicher Materialprüfungen können oftmals wahrlich herausragende Merkmale festgestellt werden: „Durchschnittliche“ Gartenstühle aus Polyrattan stellen zum Beispiel eine kontinuierliche Tragekraft von bis zu 90 kg unter Beweis – und das über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg. Im Gegensatz dazu beträgt allerdings die mögliche Gewichtsbelastung von Raucord ca. 500 kg und mehr.  

Auch die UV-Beständigkeit des hochwertigen Materials spricht in jedem Fall für sich, denn selbst nach vielen Jahren der Outdoor-Nutzung fallen im Gegensatz zu billigeren Polyrattan-Gartenstühlen keine Struktur- der Farbveränderungen auf. Letztere lassen dahingegen unter Umständen (leichte) Spuren der Verwitterung und Veränderung der Farbstruktur erkennen. Wenn beim Polyrattan von Wetterfestigkeit die Rede ist, so ist die Eigenschaft gemeint, dass selbst nach wochen- oder monatelanger Wasserberieselung keinerlei Veränderungen an der Faser festzustellen sind. Entsprechende Klimatests sehen in bezug auf die Raucord-Faser häufig aber ein wenig anders aus. So wird im Zuge dessen zusätzlich ein großer Wert auf eine gewisse Säurebeständigkeit (sprich: Sonnencreme, Zitronensäure, Salz und chlorhaltiges Wasser) gelegt. Selbst diese zum Teil recht aggressiven Substanzen können den hochwertigen Markenprodukten nichts anhaben. Wissenswert ist zudem, dass die meisten Polyrattan-Gartenmöbel nicht toxisch und außerdem vollständig recyclebar sind. 

Überdies besteht bei billigerem Polyrattan bzw. bei zahlreichen Noname-Produkten die Gefahr, dass mit der Zeit die Fasern aushärten, brüchig werden und somit ein bequemes Sitzen nur noch schwerlich möglich ist. Interessierten Verbrauchern wird aus diesem Grund beim Kauf von Gartenstühlen aus Polyrattan empfohlen, das Material und die Verarbeitung auch an den unauffälligeren Stellen des betreffenden Produktes zu überprüfen. So sind bei einer Vielzahl nur unzureichend verarbeiteter Polyrattan-Möbel sogar überstehende Faserabschnitte am Unterboden erkennbar, eine zusätzliche Bespannung mit Nylonbändern fehlt oft ganz. Diese sind jedoch in der Regel bei den höherwertigen Polyrattanmöbeln ebenfalls eingefasst. Sie dienen dazu, die Stabilität der Sitzflächen über viele Jahre hinweg aufrechtzuerhalten und langfristig ein Durchhängen zu vermeiden. Sind diese geradezu unverzichtbaren Nylonfasern aber nicht vorhanden, so sind Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen im Bereich der Sitzfläche bereits nach etwa drei bis sieben Jahren erkennbar.

Achten Sie beim Kauf von Polyrattan immer auf den Hersteller des Geflechtes. Polyrattan Gartenmöbel ist nur ein Oberbegriff und sagt alleine nichts über die Qualität der Gartenmöbel aus. Lassen Sie sich in jedem Fall von einem Fachhandel beraten.

 

Abbildung Viro Geflecht Gartenstuhl